Erdbeben - Tsunami -
Nukleare Bedrohung
Der Mensch im
Spiel der Gewalten
(Teil 2)
Und obwohl die größte Angst
inzwischen der unsichtbaren nuklearen Bedrohung gilt, hat das
ursprüngliche Geschehen mit Erdbebeben und Tsunami etwas
ausgelöst, das in seiner Intensität – und das ist, was viele
spüren – fast apokalyptische Ausmaße hat oder zumindest wie ein
eindringliches Endzeitszenario erscheint.
Hier merken wir plötzlich wie
hilflos und ausgeliefert der Mensch angesichts solcher Gewalten
ist und wie brüchig unsere Fundamente häufig sind. Wir
beherrschen scheinbar weder die Natur, noch die Technik mit der
wir arbeiten bis ins Letzte.
Haben wir vielleicht doch nicht
alles im Griff? Die Sicherheiten auf die der Mensch häufig baut
– und das sehen wir auch hier wieder – sind also immer nur
vorläufig. Und in diesen Tagen spürt das die ganze Welt.
Nichts Neues unter der Sonne
Was wir nun erstaunt und fast wie
eine neue Erkenntnis feststellen, war bis ins 18. Jahrhundert
ständig gegenwärtige Realität. Da Frieden und Sicherheit kaum in
äußeren Gegebenheiten zu finden waren, suchten viele in diesen
Zeiten noch Schutz und Geborgenheit in Gott. Der Glaube an Gott
war eine Selbstverständlichkeit. Der Schöpfer und Erlöser war
für viele ein Fundament, das auch dann noch tragfähig war, wenn
in Bedrängnissen und großer Not alle anderen Fundamente
wegbrachen.
In Psalm 46,2 formulierte schon
David sein Vertrauen auf den, der mächtiger war als er selbst:
"Gott ist uns Zuflucht und Stärke, als Beistand in Nöten
reichlich gefunden". In Psalm 94,22 bekennt er: "Doch der HERR
wurde mir zur Burg, mein Gott zum Fels meiner Zuflucht".
David wusste: Gott verhindert
nicht alle Not, doch in allem ist er da. Selbst im größten Sturm
kann er das Herz zur Ruhe bringen und einen Frieden geben, der
in einer friedlosen Umwelt nicht zu finden ist.
Aufklärung und technischer
Fortschritt: Welt ohne Schöpfer
Doch seit der Zeit der Aufklärung
– und die begann erstaunlicherweise auch mit einem gewaltigen
Erbeben und einem Tsunami, der am 1. November 1755 die Stadt
Lissabon fast komplett auslöschte (über100.0000 Tote waren
damals verzeichnen) – hat sich viel verändert.
Leute wie Voltaire, einer der
meistgelesenen und einflussreichsten Autoren der französischen
und europäischen Aufklärung, wendeten sich u.a. deshalb von Gott
ab, weil sie das unsägliche Leid, das sie auch hier sahen, nicht
mehr mit einem gnädigen und allmächtigen Gott, der dies nicht
verhindert hatte, in Einklang bringen konnten.
So fingen sie an, die Welt anders zu erklären d.h. "aufzuklären"
mit einem Weltbild, das keinen Schöpfer mehr benötigte.
Durch die "Aufklärung" und der
rasanten Entwicklung von Wissenschaft und Technik, meinten
viele, nun Gott nicht mehr zu brauchen und bauten auf einen
anderen Grund – auf andere Fundamente.
Diese Fundamente wurzeln dabei
allerdings immer noch im Glauben. Lediglich das Objekt des
Glaubens hat sich verändert. Nicht mehr Gott und sein Wort
werden als zuverlässig und tragfähig erkannt, sondern die
Erkenntnisse des Menschenverstandes und seine Fähigkeit, daraus
für sich Nutzen zu ziehen.
Heute glauben deshalb viele an
den Fortschritt, an die Machbarkeit der Dinge, die
Zuverlässigkeit der Wissenschaft, an die Beherrschbarkeit der
Welt, an die Möglichkeiten der Medizin u.v.m. Und sie vertrauen
darauf.
Ohne Zweifel kann man sagen, dass
Wissenschaft, Technik, Medizin und die Fortschritte, die wir
hier erleben, im Wesentlichen wirklich gut sind und ein enormer
Segen für die ganze Menschheit. Doch wenn gleichzeitig Gott
dabei entsorgt wird, weil wir meinen, ihn nun ja nicht mehr zu
brauchen, wird der Segen, den wir durch diese Errungenschaften
empfangen, zum Fluch und der Mensch abhängig von etwas, das ihn
letztlich nicht retten kann.