zur Brothaus-Startseite (mit Trailer)

HOME B-Blog er-lebt Kontakt

Brothaus - Die aktuelle Predigt

Mit dem Brothaus in Israel
Ein Reisebericht von Doris Schmid
 (Teil 1)

Die Sonne strahlt schon um 8.15 Uhr gut gelaunt vom blauen Himmel herab. Es wird wieder heiß werden heute, sicher wieder über 30 Grad. Zuhause in Rosenheim ist "Schmuddelwetter", so hörten wir. Wie schön, dass wir den Sommer noch einmal voll erleben dürfen!

Bald sitzen alle auf ihrem Platz. Dunjo, so heißt unser Reiseleiter, zählt durch. Wir sind komplett! Rund vierzig Geschwister aus dem Brothaus Rosenheim, darunter drei „Auswärtige“, haben sich auf den Weg gemacht für elf Tage das "gelobte Land" zu besuchen. Die meisten sind zum ersten Mal dabei, wenige andere schon zum zweiten oder dritten Mal.

Ein fröhliches Geschnatter ist aus den Reihen zu hören, bis Dunjo zum Mikrophon greift und noch einmal alle begrüßt: "Guten Morgen, alle miteinander, jetzt passt mal auf!" Diese Worte sind am Schluss sein Markenzeichen geworden, das alle zum Lachen bringt!

Dunjo ist Jude, lebte lange in Deutschland und wie er uns mitteilt, ist diese Reise mit uns nach elf Jahren wieder die erste. Mit seinem typisch jüdischen Humor bringt er uns immer wieder zum Lachen! Wir lernen durch ihn die jüdische Denkweise kennen, erfahren viel über das Judentum, Traditionen und Verhaltensweisen.

See Genezareth

Das erste Ziel unserer Reise war der See Genezareth, die Westseite. In der Nähe von Tiberias liegt unser Kibbuz-Hotel "Gnof Ginosar", wo wir die ersten fünf Nächte verbrachten. Jeder Teilnehmer erinnert sich an leckeres, gesundes Essen mit reichlich Auswahl an Salaten, frischen Gemüsen, Fisch- und Fleischgerichten, alles "koscher" zubereitet. Untergebracht waren wir in kleinen Bungalows. Manche waren recht großzügig, andere eher spärlich eingerichtet. Die Hotelzimmer, die wir später in den anderen Regionen bezogen, waren auch unterschiedlich vom Wohnkomfort, so dass fast jeder einmal in den Genuss kam, besser untergebracht zu sein als der andere. Da wir nur die Nächte im Zimmer verbrachten, war das so in Ordnung.

Wenn wir abends von unseren Ausflügen zurückkamen, freuten sich die meisten schon auf ein erfrischendes Bad im See! Das Wasser weich und warm, um die 25 Grad! Man musste sich aber beeilen, denn es wurde um 17.30 Uhr schlagartig dunkel. Manche genossen es aber auch in der Dunkelheit bei Mondschein und Sternenhimmel zu schwimmen, oder gar in der Morgenfrische vor dem Frühstück, bei aufgehender Sonne! Einmal fuhren wir alle mit einem typischen Holzboot auf den blitzblauen See hinaus, der Motor wurde abgestellt und sogar das Singen von Lobpreisliedern sollte für ein paar Minuten aufhören. Jeder konnte die Stille des Sees erleben, wie in Jesus Zeiten. Man konnte sich gut vorstellen, wie Jesus vom Boot aus zum Volk, das am Ufer stand, gepredigt hatte.


Berg der Seligpreisungen, Kapernaum, Cäsarea Philippi

In Jesu Spuren zu wandeln, berührte viele Teilnehmer tief im Herzen. Wir marschierten zu Fuß einige Wege, die Jesus mit seinen Jüngern gegangen war, z.B. nach Tabgah, der Ort der Brotvermehrung, oder zum Berg der Seligpreisung. Die Natur scheint unverändert seit Jesu Zeiten, das Gras durch die Hitze trocken und verdorrt, knorrige alte Olivenbäume säumen die staubigen, steinigen Wege. Überall, wo etwas biblisch Wichtiges geschehen war, hat man eine Kirche darüber gebaut.

Vom Berg der Seligpreisung sehen wir den See Genezareth wieder herrlich blau durch die Dattelpalmen glitzern und haben einen wunderbaren Blick auf Kapernaum, wo wir später die alte Synagoge bzw. das, was davon übrig ist, besichtigen, sowie das Haus des Petrus.

Der Bus fährt uns über gut ausgebaute Straßen, vorbei an prachtvoll blühenden Bougainvilla-Sträuchern in weiß, pink, rot sowie Bananenplantagen und Gemüseanbauten aller Art. Israel ist trotz der Trockenheit eines der wirtschaftlich am besten florierenden Länder der Welt! Die Israelis haben viel technisches Know-How und sind, was Wissenschaft, Forschung und Entwicklung von Hightech-Produkten betrifft, auf dem besten Stand. Sie sind mit Recht stolz auf ihr gut funktionierendes Bewässerungssystem und Entsalzungsanlagen, in denen sie das Trinkwasser für das ganze Land aus Meerwasser herstellen. Das Wasser aus der Leitung ist in den meisten Teilen des Landes von guter Qualität und kann bedenkenlos getrunken werden.

Jeden Morgen trifft sich die Gruppe nach dem Frühstück zu einer kurzen Andacht mit einem geistlichen Impuls, vorbereitet von Tony oder zwei anderen Teilnehmern der Gruppe im Wechsel. Dann geht es weiter, es gibt noch vieles zu sehen! Am dritten Tag fahren wir auf den Golan, auf einen Hügel, der 1973 im Jom-Kippur-Krieg heftig umkämpft war. Von dort können wir den Berg Hermon sehen in der Ferne, bis hin nach Syrien.

Es ist ein heißer Tag, besonders hier oben im Nordöstlichen Teil des Landes. Da tut es gut, bei einem Besuch einer Weinkellerei sich etwas abzukühlen! Wir erfahren, dass mittlerweile zwanzig verschiedene Weine unterschiedlicher Qualität auf den Golanhöhen wachsen. Wir dürfen an einer Weinprobe teilnehmen, und uns unser eigenes Urteil bilden. Natürlich decken sich einige Teilnehmer im Anschluss mit ein, zwei Flaschen Wein zum Mitnehmen ein, ein gutes Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.

Nach einem Mittagessen in einem Kibbuz fahren wir weiter nach Cäsarea Philipi, wo der Jordan entspringt und wo Jesus seine Jünger vor seiner Leidenszeit hinführte. Wir machen eine kleine Wanderung am Jordan entlang, bis zu den Wasserfällen. Dunjo weist uns an, für eine Viertelstunde mal still zu sein beim Gehen, um die Idylle und den biblischen Hintergrund bewusst wahr zu nehmen.

Menachem wartet mit seinem Bus schon auf uns und bringt uns zurück zum Kibbuz. Da er festgestellt hat, dass die Gruppe gerne singt, bringt er uns ein Lied bei, das wir alle können, als wir zum Kibbuz einbiegen.

 
 

weiter lesen 2. Teil  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© 2010. Brothaus Rosenheim