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ERLEBT - Erfahrungen, Berichte, Persönliches

Beweisführung

Jan Ströter, Feldkirchen-Westerham

Ich hatte alles, was man(n) braucht oder denkt zu brauchen: Einen großen BMW, einen guten Job, Spaß mit wechselnden Freundinnen, Freiheit alles zu tun, was ich wollte.

Und dennoch war eine tiefe Sehnsucht in mir. Eine Sehnsucht nach echter Nähe, nach einer echten Partnerin, einer eigenen Familie, nach Sicherheit und Geborgenheit, nach dem Sinn des Lebens.

Als ich dann an meinem 30sten Geburtstag mit allen meinen engen Freunden und meinen Eltern zusammen saß, waren wir gerade mal zu fünft…

Dann fing auch noch mein bester Freund, Jörg, zu "spinnen" an. Der, der schon geheiratet hatte und noch viel mehr Grund zur Zufriedenheit haben sollte, fing an mir von Jesus zu erzählen, von Gott, von seiner Gemeinde.

Bei mir schrillten alle Warnglocken: Mein Freund geriet in die Fänge einer Sekte! Alles Andere wurde augenscheinlich dieser neuen Marotte untergeordnet, viel Zeit wurde damit verbracht und ich war mir sicher, auch viel von seinem Geld floss zu diesen "Scharlatanen".

Und Geld war mir heilig, damit war nie zu spaßen. Also versuchte ich Alles, um herauszubekommen, in welche Sekte er geraten war und was ich tun könne. Gleichzeitig versuchte er und seine Frau Carmen alles, um auch mich dafür zu begeistern: Jesus. Jörgs anderer guter Freund war schon längst infiziert, und auch seine Sekretärin Gisela erzählte von nichts anderem mehr (nebenbei eine gute Strategie mich auf Abstand zu halten, schließlich reizte sie mich sehr…).

Letztlich verabredeten wir uns für einige Tage in Venedig: er mit dem Ziel mich für Jesus zu gewinnen, ich mit dem Ziel, ihn wieder zur Vernunft zu bringen. Tage mit viel moderner Lobpreismusik und meinen Versuchen, die Ratio wieder zu Wort kommen zu lassen.

Was kam raus? Nichts, ich blieb Atheist (schließlich auch so erzogen) und er Christ, wenn ich es zu der Zeit auch eher mit "Sektenanhänger" bezeichnet hätte.

Auf dem Rückweg nach Kassel machten sie auf halber Strecke eine Rast und vergaßen seine Lederjacke im Gasthaus.

So rief er mich an: Wollen wir uns nicht noch mal sehen? Er würde seine Frau, seine Mitarbeiterin Gisela und unseren Freund Toddy mitbringen. Warum nicht? Ich fuhr also mit meinen schönen BMW los. Aber anscheinend musste mich Gott noch für dieses Treffen vorbereiten. Auf der Fahrt verursachte ich einen Unfall, der letztlich den Abschied von meinem geliebten Fahrzeug bedeutete. So ein Mist.

Trotzdem trafen wir uns dann mit Verspätung im Gasthaus. Jetzt war mir alles egal, ich würde diesen Leichtgläubigen beweisen, dass das alles Blödsinn war, was sie glaubten. Und da sie mir ja so nicht glauben würden, am besten anhand der Bibel. Schließlich hatte ich ja selbst einige Zeit mit einem "frommen" Verein verbracht, bevor ich feststellen musste, dass in dieser Gruppe, in der ich damals war, tagsüber heilig gesprochen und gesungen- und nachts sehr weltlich gehandelt wurde… So kannte ich mich leidlich in der Bibel aus und würde durch die vielen Widersprüche in der Schrift bald beweisen können, wie blödsinnig ihr Glaube war.

"Zufällig" hatten meine Freunde eine Bibel dabei (eigentlich hatte jeder von ihnen eine) und so fing ich an. Doch etwas Unglaubliches geschah: Die Bibel erschloss sich augenblicklich in einer solchen Fülle, dass ich plötzlich alles verstand. Ich konnte keinen Widerspruch mehr feststellen, statt dessen nur ein gnädiger Gott, der seit Jahrtausenden nur das Gute für uns will.

Nach Stunden verließen wir zusammen das Gasthaus und meine Freunde machten das Richtige: Sie fragten mich, ob ich nicht jetzt, wo ich alles verstanden hätte, mich auch für Jesus entscheiden wolle. Gisela lockte mit den Worten, ob ich nicht auch die Ewigkeit mir ihr teilen wolle. Und ich entschied mich, betete und gab Jesus mein Leben.

Nachts in meinem Bett wieder angekommen, wiederholte ich alleine noch einmal meine Zusage an Gott. Ich wollte sicher sein, nicht nur aus Gruppendruck gehandelt zu haben. Ich brach mit meiner aktuellen Frauenbeziehung (einem Verhältnis mit einer verheirateten Frau) und war fest entschlossen, ab sofort meinen Weg mit Gott zu gehen.

Seitdem ist viel passiert: die Mitarbeiterin meines besten Freundes wurde meine Frau, wir wurden Eltern von 5 wunderbaren Kindern, wir fanden hier im Brothaus unsere geistliche Heimat, wo ich auch seit Jahren mitarbeiten darf.

Meinen 40sten Geburtstag feierte ich wieder mit meinen Eltern und meinen besten Freunden, diesmal brauchten wir allerdings ein großes Zelt und feierten mit über 100 Gästen.

Auch bei uns gibt es immer wieder schwierige Zeiten. Mit Gott zu gehen bedeutet nicht, dass er für uns alle Probleme aus dem Weg räumt. Doch eines weiß ich: Die Entscheidung für Jesus war die beste meines Lebens!

Warum? Weil jetzt das Leben einfacher ist? Nein! Aber weil ich weiß, egal in welchen Umständen ich gerade bin: Gott ist da. Ich habe mein Leben auf Jesus gebaut und er ist wahrhaftig ein Fels – mein Fels. Er gibt mir auch in unsicheren Zeiten Sicherheit. Und so bekommt alles einen Sinn – selbst wenn ich nicht immer alles sofort verstehen kann.

Ich und mein Haus wollen den Herrn dienen.  "Wir sind oft ratlos, aber nie verzweifelt!"