Ich hatte alles, was man(n) braucht oder denkt zu
brauchen: Einen großen BMW, einen guten Job, Spaß
mit wechselnden Freundinnen, Freiheit alles zu tun,
was ich wollte.
Und dennoch war eine
tiefe Sehnsucht in mir. Eine Sehnsucht nach echter
Nähe, nach einer echten Partnerin, einer eigenen
Familie, nach Sicherheit und Geborgenheit, nach dem
Sinn des Lebens.
Als ich dann an
meinem 30sten Geburtstag mit allen meinen engen
Freunden und meinen Eltern zusammen saß, waren wir
gerade mal zu fünft…
Dann fing auch noch
mein bester Freund, Jörg, zu "spinnen" an. Der, der
schon geheiratet hatte und noch viel mehr Grund zur
Zufriedenheit haben sollte, fing an mir von Jesus zu
erzählen, von Gott, von seiner Gemeinde.
Bei mir schrillten
alle Warnglocken: Mein Freund geriet in die Fänge
einer Sekte! Alles Andere wurde augenscheinlich
dieser neuen Marotte untergeordnet, viel Zeit wurde
damit verbracht und ich war mir sicher, auch viel
von seinem Geld floss zu diesen "Scharlatanen".
Und Geld war mir
heilig, damit war nie zu spaßen. Also versuchte ich
Alles, um herauszubekommen, in welche Sekte er
geraten war und was ich tun könne. Gleichzeitig
versuchte er und seine Frau Carmen alles, um auch
mich dafür zu begeistern: Jesus. Jörgs anderer guter
Freund war schon längst infiziert, und auch seine
Sekretärin Gisela erzählte von nichts anderem mehr
(nebenbei eine gute Strategie mich auf Abstand zu
halten, schließlich reizte sie mich sehr…).
Letztlich
verabredeten wir uns für einige Tage in Venedig: er
mit dem Ziel mich für Jesus zu gewinnen, ich mit dem
Ziel, ihn wieder zur Vernunft zu bringen. Tage mit
viel moderner Lobpreismusik und meinen Versuchen,
die Ratio wieder zu Wort kommen zu lassen.
Was kam raus? Nichts,
ich blieb Atheist (schließlich auch so erzogen) und
er Christ, wenn ich es zu der Zeit auch eher mit
"Sektenanhänger" bezeichnet hätte.
Auf dem Rückweg nach
Kassel machten sie auf halber Strecke eine Rast und
vergaßen seine Lederjacke im Gasthaus.
So rief er mich an:
Wollen wir uns nicht noch mal sehen? Er würde seine
Frau, seine Mitarbeiterin Gisela und unseren Freund
Toddy mitbringen. Warum nicht? Ich fuhr also mit
meinen schönen BMW los. Aber anscheinend musste mich
Gott noch für dieses Treffen vorbereiten. Auf der
Fahrt verursachte ich einen Unfall, der letztlich
den Abschied von meinem geliebten Fahrzeug
bedeutete. So ein Mist.
Trotzdem trafen wir
uns dann mit Verspätung im Gasthaus. Jetzt war mir
alles egal, ich würde diesen Leichtgläubigen
beweisen, dass das alles Blödsinn war, was sie
glaubten. Und da sie mir ja so nicht glauben würden,
am besten anhand der Bibel. Schließlich hatte ich ja
selbst einige Zeit mit einem "frommen" Verein
verbracht, bevor ich feststellen musste, dass in
dieser Gruppe, in der ich damals war, tagsüber
heilig gesprochen und gesungen- und nachts sehr
weltlich gehandelt wurde… So kannte ich mich
leidlich in der Bibel aus und würde durch die vielen
Widersprüche in der Schrift bald beweisen können,
wie blödsinnig ihr Glaube war.
"Zufällig" hatten
meine Freunde eine Bibel dabei (eigentlich hatte
jeder von ihnen eine) und so fing ich an. Doch etwas
Unglaubliches geschah: Die Bibel erschloss sich
augenblicklich in einer solchen Fülle, dass ich
plötzlich alles verstand. Ich konnte keinen
Widerspruch mehr feststellen, statt dessen nur ein
gnädiger Gott, der seit Jahrtausenden nur das Gute
für uns will.
Nach Stunden
verließen wir zusammen das Gasthaus und meine
Freunde machten das Richtige: Sie fragten mich, ob
ich nicht jetzt, wo ich alles verstanden hätte, mich
auch für Jesus entscheiden wolle. Gisela lockte mit
den Worten, ob ich nicht auch die Ewigkeit mir ihr
teilen wolle. Und ich entschied mich, betete und gab
Jesus mein Leben.
Nachts in meinem Bett
wieder angekommen, wiederholte ich alleine noch
einmal meine Zusage an Gott. Ich wollte sicher sein,
nicht nur aus Gruppendruck gehandelt zu haben. Ich
brach mit meiner aktuellen Frauenbeziehung (einem
Verhältnis mit einer verheirateten Frau) und war
fest entschlossen, ab sofort meinen Weg mit Gott zu
gehen.
Seitdem ist viel
passiert: die Mitarbeiterin meines besten Freundes
wurde meine Frau, wir wurden Eltern von 5
wunderbaren Kindern, wir fanden hier im Brothaus
unsere geistliche Heimat, wo ich auch seit Jahren
mitarbeiten darf.
Meinen 40sten
Geburtstag feierte ich wieder mit meinen Eltern und
meinen besten Freunden, diesmal brauchten wir
allerdings ein großes Zelt und feierten mit über 100
Gästen.
Auch bei uns gibt es
immer wieder schwierige Zeiten. Mit Gott zu gehen
bedeutet nicht, dass er für uns alle Probleme aus
dem Weg räumt. Doch eines weiß ich: Die Entscheidung
für Jesus war die beste meines Lebens!
Warum? Weil jetzt das
Leben einfacher ist? Nein! Aber weil ich weiß, egal
in welchen Umständen ich gerade bin: Gott ist da.
Ich habe mein Leben auf Jesus gebaut und er ist
wahrhaftig ein Fels – mein Fels. Er gibt mir auch in
unsicheren Zeiten Sicherheit. Und so bekommt alles
einen Sinn – selbst wenn ich nicht immer alles
sofort verstehen kann.
Ich und mein Haus
wollen den Herrn dienen. "Wir
sind oft ratlos, aber nie verzweifelt!"