Sucht und Zwangsverhalten

Pornosucht: Definitionen

Unter Pornosucht versteht man das zwanghafte Anschauen von pornografischen Bildern oder Videos. Unter zwanghaft versteht man hier insbesondere, dass es einen innerlichen Gegenimpuls (Gewissen) gibt, der einem sagt, man solle das doch nicht tun. Das heisst, dass der Süchtige = Abhängige nicht frei ist Pornos zu betrachten oder Sex zu haben, sondern der Suchtdruck es ihm gebietet das zu tun.

Sex- oder Pornosucht ist eine nicht stoffgebundene Form der Verhaltensabhängigkeit.

Psychologisch betrachtet steht hinter jeder Sucht = Abhängigkeit die stellvertretende Suche nach Liebe, Glück, etc., welche der Abhängige aber nicht erreichen kann und daher zu einer Ersatzhandlung übergeht, nämlich der Abhängigkeit, also hier der Sex- oder Pornosucht.

Schweizerische Kriminalprävention
Prevention Suisse de la criminalite

 

Sucht ist ein Zustand des Gebundenseins an eine Gewohnheit oder die Praxis von etwas, das seelisch oder physisch suchterzeugend ist. Wenn es zu Internetsucht kommt, ist Sucht der Drang oder der Zug Ablenkung zu suchen, der jedoch mit der Zeit immer stärker wird. Der Süchtige hat das Verlagen und das Bedürfnis, ständig zu den pornografischen Bildern zurückzukehren. Dabei ignoriert er häufig Partner oder Familie, um sich immer wieder den Abbildungen zuzuwenden.

Internetpornografie wurde von Dr. Victor Cline, Psychologe an der Universität von Utah, auch die „Durchgangsdroge zur Sexsucht“ genannt. Dr. Cline stellt fest, dass es dabei vier Stadien der Sucht gibt: Abhängigkeit, Steigerung (Eskalation), Desensibilisierung, Ausleben. Dies kennzeichnet den Verlauf der Sucht.

Kelli Simkus
reliableanswers.com/med/porn_addiction.asp

 

Sucht ist das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und die sozialen Chancen eines Individuums.

Den sogenannten stoffgebundenen Süchten (z. B. Alkohol-, Nikotin-, Heroinsucht) kommt dabei nur eine repräsentative Bedeutung zu. Sie veranschaulichen in zwar drastischer, aber zugleich auch einschränkender Weise eine Erscheinung, der man auf allen Gebieten des menschlichen Erlebens und Verhaltens begegnen kann.

Ob Arbeiten, Sammeln, Machtstreben, Kaufen, Spielen oder Sexualität – jede Form menschlichen Interesses kann in süchtiger Weise erkranken. Im offiziellen Sprachgebrauch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) existierte der Begriff “Sucht” von 1957 – 1964.

Danach wurde er durch “Missbrauch” und “Abhängigkeit” ersetzt. In wissenschaftlichen Arbeiten wird der Begriff “Sucht” daher nicht mehr verwendet, umgangssprachlich erfreut er sich aber weiterhin großer Beliebtheit.

Grundsätzlich kann jeder Mensch süchtig werden. Da Sucht nicht auf den Umgang mit bestimmten Stoffen beschränkt ist, kann jede Form menschlichen Verhaltens zur Sucht werden (z.B. Magersucht, Arbeitssucht, Spielsucht, unkontrolliertes Verlangen nach sexueller Befriedigung).

Jede Sucht entsteht über den Prozess: Erfahrung – Wiederholung – Gewöhnung (Missbrauch)

Lexikon für Psychologie und Pädagogik
lexikon.stangl.eu/146/sucht/

Zu den typischen Kennzeichen von Sucht gehören:

Starker Wunsch oder eine Art Zwang
die Substanz zu konsumieren bzw. das Verhalten auszuüben.

Erhöhung der Dosis
um eine gleiche Wirkung zu erzielen, sind immer höhere Dosen erforderlich.

Kontrollverlust
bezüglich Beginn, Beendigung und Menge des Konsumverhaltens.

Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen und Vergnügen
zugunsten des Suchtmittels und erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu beschaffen oder dem Verhalten nachzugehen.

Psychologische Studentenberatung
am Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
http://www.studentenberatung.at/studentenberatung/de/impressum.htm


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